Was ist ein Spektiv und wofür wird es genutzt?

Der Ausdruck Spektiv kommt aus dem Lateinischen und ist eine Abkürzung von Perspektiv. Das ursprüngliche Verb perspicere bedeutet durchschauen. Heute bezeichnet man mit diesem Ausdruck ein Beobachtungsfernrohr. Es ist eine Mischung aus Teleskop und Fernglas, wobei es stärker vergrößert als Ferngläser im Allgemeinen und sich besser für Erdbeobachtungen eignet, als ein Teleskop.

Meistens findet man monokulare Fernrohre, d.h. man blickt mit einem Auge hindurch, es gibt aber auch binokulare Geräte.

Nutzung und Einsatzgebiete für das Spektiv

Spektiv am Meer aufgebaut

Vorwiegend benutzt man diese Art der Ferngläser, um Naturbeobachtungen auf große Entfernung durchzuführen, sei es für die Jagd oder für die Vogelbeobachtung. Auch im Sport finden sie ihren Einsatz, zum Beispiel im Biathlon zur Zielscheibenbeobachtung. Des weiteren dienen sie sowohl dem Militär als auch zivilen Behörden zur Überwachung von Personen, Gebäuden oder Orten.

Interessiert man sich für Astronomie und will ab und zu auch mal den Sternenhimmel beobachten, ist man mit dieser Art Fernrohr auch gut beraten, denn es ist im Stande genauso viel zu leisten, wie ein kleines Teleskop.

Spektive gibt es in verschiedenen Bauarten

Ein Spektiv ist kompakt und relativ leicht, außerdem sehr robust. Um bequem beobachten zu können, befestigt man es auf einem Stativ. Die meisten Geräte verfügen über einen 45°-Schrägeinblick, es gibt aber auch solche mit geradem Einblick. Dies ist allerdings nicht so komfortabel.

In der Regel haben die Modelle einen starren Körper, doch es gibt auch Auszugsspektive, die sich wie ein Teleskop zusammenschieben lassen, um sie kompakter verpacken zu können. Der Nachteil dabei ist, dass Auszugsspektive nicht wasserdicht sind.

Das Objektiv wird dem Einsatzgebiet angepasst. Wie bei einem Teleskop kann man verschiedene Okulare verwenden, um eine bestimmte Vergrößerung zu erreichen und das Gesichtsfeld zu erweitern oder zu verringern.

Dabei unterscheidet man Wechselokulare mit nur einer Vergrößerung und Zoomokulare, die sich stufenlos verstellen lassen. Weitwinkelokulare haben in der Regel eine feste Vergrößerung.

Die Geräte können über einen Adapter direkt mit einer Digitalkamera verbunden werden. So wird das Beobachtungsfernrohr zu einem Teleobjektiv. Diese Art der Fototechnik bezeichnet man als Digiskopie. Natürlich kann man so nicht nur fotografieren sondern auch Videos drehen. Auf diese Art legt man sich seine ganz eigene Datenbank über beispielsweise Vogelbeobachtung oder Astronomie zu.

Zusammenfassung und Fazit

Spektive sind leicht zu transportierende, robuste Geräte, die es Hobbyornithologen und anderen begeisterten Naturliebhabern ermöglichen, viele Details und menschenscheue Tiere über große Entfernungen zu beobachten, sie aufzuzeichnen und sich daran zu erfreuen.

Oder sie ermöglichen einen Blick in den Himmel und zeigen dem kleinen oder großen Hobbyastronomen die jahreszeit typischen Himmelsphänomene, von denen man sonst nur in der Zeitung liest.