Vergrößerungszahl und Objektivdurchmesser – die Zahlen auf dem Fernglas

Wer sich ein Fernglas anschaut, wird entweder direkt in der Bezeichnung oder irgendwo auf dem Fernglas aufgedruckt auf eine Zahlenkombination, wie z.B. 10×50 treffen. Doch was hat es mit diesem Angaben eigentlich auf sich und was sagen mir diese Zahlen? Versuchen wir dieses Rätsel mal zu lösen, denn diese Angaben sagen viel über das entsprechende Fernglas aus.

Es handelt sich bei diesen beiden Werten nämlich um die Vergrößerungszahl und den Objektivdurchmesser.

Vergrößerungszahl und Objektivdurchmesser

Olympus 10 x 50 Vergrößerungszahl und Objektivdurchmesser

Bleiben wir mal bei unserem Eingangsbeispiel von 10×50. Das ist nämlich die Angabe bei meinem Olympus 10×50 DPS-I Fernglas. Der erste Wert, also die 10, gibt die Vergrößerung an. Dabei dürfte klar sein, dass eine 10-fache Vergrößerung einfach bedeutet, dass ein Objekt 10 mal so groß erscheint, wie mit dem bloßen Auge allein. Berechnen kann man die Vergrößerung, in dem man den Quotient aus Objektivbrennweite und Okularbrennweite bildet.

Die Objektive haben ja, je nach Fernglas, einen unterschiedlichen Durchmesser. Und der Objektivdurchmesser bestimmt, wie viel Licht das Fernglas einsammeln kann. Es ist ja logisch, dass eine große Linse deutlich mehr Licht einsammeln kann, als eine kleine Linse. Der Objektivdurchmesser ist ein wichtiger Faktor für die Bildhelligkeit.

Die Bildhelligkeit verhält sich proportional zu (D/v)², wobei D natürlich für den Objektdurchmesser steht und v die Vergrößerung ist. Man sieht also, dass die Bildhelligkeit bei einem Fernglas sowohl vom Objektivdurchmesser als auch von der Vergrößerung abhängt.

Eintrittspupille und Austrittspupille

Olympus N1240586 8-16x40 Zoom DPS-I Fernglas

Olympus 8-16×40 Zoom DPS-I Fernglas

In diesem Zusammenhang sollten wir auch noch auf zwei andere wichtige Kennzahlen eingehen, die Eintrittspupille und die Austrittspupille. Die Abbildung des Objekts das man sich ansieht, also dessen Strahlenbündel, tritt senkrecht in das Objektiv ein. Allerdings wird dieses Strahlenbündel noch mal etwas verringert, durch eine Blende hinter dem Objektiv. Der Durchmesser der dabei übrig bleibt, wird als Eintrittspupille bezeichnet.

Und wenn es eine Eintrittspupille gibt, dann gibt es ja natürlich auch eine Austrittspupille. Es handelt sich dabei um den Durchmesser des Strahlenbündels, der das Fernglas durch das Okular verlässt und auf das Auge trifft.

Um das Ganze mit einem Beispiel anschaulicher zu erklären. Mein Fernglas hat einen wirksamen Objektivdurchmesser von 50 mm und eine Vergrößerung von 10. Dann errechnet sich die Austrittspupille wie folgt:

50 mm / 10 = 5 mm Austrittspupille

Die Austrittspupille wird dabei aber nicht willkürlich gewählt. Die Hersteller eines Fernglases achten darauf, dass sich die Austrittspupille am menschlichen Auge orientiert. Tagsüber, im hellen Licht, hat unser menschliches Auge nämlich eine Pupillenöffnung von 2-3 mm. Wenn es dunkel wird, ändert sich die Pupillenöffnung. Im Dunklen liegt der Durchmesser der Pupillenöffnung dann normalerweise zwischen 6 und 8 mm. Wobei dieser Wert im Alter aber abnimmt.

Schaut man sich die verschiedenen Ferngläser an, so wird man immer Werte für die Austrittspupille finden, die zwischen 2 und 6 mm liegen.